Silberpreisentwicklung der letzten 10 Jahre – Ursachen und industrielle Bedeutung
- February 04, 2026
- manisha
- SILVERANLAGE
Silber hat in den letzten zehn Jahren eine beeindruckende Achterbahnfahrt hingelegt. Vom eher unscheinbaren „Beimetall“ ist es zu einem strategischen Rohstoff für Energiewende, Elektronik und Anleger geworden.
Zwischen 2016 und Anfang 2026 hat sich der Silberpreis – je nach Währung und Betrachtungszeitraum – in etwa verdoppelt bis vervielfacht und in USD sogar ein neues Allzeithoch nahe der Marke von 100 US-Dollar pro Unze erreicht.
In diesem Beitrag schauen wir uns an:
1. Silberpreisentwicklung 2016–2026 im Überblick
2016–2019: Seitwärtsphase mit leichten Aufwärtstrends
Zwischen 2016 und 2019 bewegte sich der Silberpreis überwiegend in einer Spanne von grob 14–18 US-Dollar pro Unze. Es gab zwar Schwankungen, aber keinen ausgeprägten Bullenmarkt – Silber lief eher seitwärts, während der Fokus vieler Anleger stärker auf Aktien und Technologie lag.
In Euro gerechnet lagen die Kurse in dieser Phase deutlich unter 20 €/Unze; der 10-Jahres-Tiefstkurs der letzten Dekade lag sogar bei rund 11,17 €/Unze.
2020–2021: Corona-Schock und erster großer Preissprung
Mit Beginn der Corona-Pandemie 2020 kam Bewegung in den Markt:
Der Silberpreis sprang zeitweise über 28–29 US-Dollar pro Unze und legte damit deutlich zu. Parallel stieg auch der Investmentbedarf in Form von Münzen, Barren und ETFs.
2022–2023: Konsolidierung auf höherem Niveau
In den Jahren 2022 und 2023 pendelte Silber meist im Bereich von 20–25 US-Dollar. Laut langfristigen Übersichten lag der durchschnittliche Jahrespreis 2023 im Mitte-20-Dollar-Bereich.
Treiber waren:
2024–2025: Trendwende hin zu Defiziten und Rekordpreisen
Ab 2024/2025 verschärfte sich die Lage:
Die jährlichen Durchschnittspreise zogen stark an; für 2025 liegen sie deutlich über den Vorjahren und bildeten die Basis für den nächsten Sprung.
2025–Anfang 2026: Neues Allzeithoch
Ende 2025/Anfang 2026 explodierte der Preis regelrecht:
In Euro gemessen lag der 10-Jahres-Höchststand zuvor bei etwas über 80 €/Unze, aktuell notiert Silber sogar noch darüber um die 83–84 €/Unze.
2. Was treibt den Silberpreis? Die wichtigsten Ursachen
Silber ist ein Hybrid: einerseits klassisches Edelmetall wie Gold, andererseits ein hochgefragter Industriewerkstoff. Entsprechend vielfältig sind die Preistreiber.
2.1 Makroökonomie: Zinsen, Inflation, Dollar, Krisen
Wichtige Einflussfaktoren sind:
2.2 Angebot & Nachfrage: Vom Überschuss zum Defizit
Über mehrere Jahre war der Silbermarkt relativ ausgeglichen. Das hat sich geändert:
Der World Silver Survey weist für 2025 ein Defizit von über 100 Mio. Unzen aus – ein deutliches Warnsignal für anhaltenden Preisdruck nach oben.
2.3 Investmentnachfrage: ETFs, Münzen, Barren
Neben der Industrie spielt die Investmentnachfrage eine zentrale Rolle:
In der aktuellen Rallye flossen laut Marktanalysen innerhalb kurzer Zeit hunderte Millionen US-Dollar in silbergebundene Produkte, was den Preis zusätzlich nach oben trieb.
2.4 „Pull“ durch Gold und andere Rohstoffe
Silber ist historisch eng mit Gold und anderen Rohstoffen korreliert:
3. Industrielle Bedeutung von Silber – der unterschätzte Wachstumsmotor
Der vielleicht wichtigste Wandel der letzten Jahre: Silber ist längst nicht mehr nur „Schmuck & Münze“. Es ist zu einem Schlüsselrohstoff für Hightech und Energiewende geworden.
3.1 Anteil der Industrie an der Gesamtnachfrage
Aktuelle Daten zeigen:
Silber hat sich damit von einem überwiegend monetären Edelmetall zu einem strategischen Industriemetall entwickelt.
3.2 Schlüsselbranchen, die Silber brauchen
Wichtige Einsatzfelder sind u.a.:
3.3 Warum die Industrie den Preis langfristig stützen kann
Die industrielle Nachfrage wächst seit Jahren strukturell – nicht nur zyklisch. Wichtige Trends:
Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt: Silber ist oft Nebenprodukt anderer Minen (z.B. Blei, Zink, Kupfer), sodass die Produktion nicht beliebig schnell gesteigert werden kann. Das Zusammenspiel aus wachsender Nachfrage und begrenztem Angebot bildet den Nährboden für dauerhaft höhere Preisniveaus.
4. Was bedeutet das für Anleger und Unternehmen?
Für Anleger
Wer in Silber investiert, sollte:
Für Industrieunternehmen
Unternehmen, die Silber direkt oder indirekt benötigen (Elektronik, Solar, Automotive, Medizintechnik), sollten:
5. FAQ zur Silberpreisentwicklung
Warum war Silber früher deutlich günstiger als heute?
Weil der industriellen Nachfrageanteil niedriger war und der Markt lange keine dauerhaften Defizite kannte. Erst mit Energiewende, Elektronik-Boom und stagnierender Produktion hat sich das Bild grundlegend geändert.
Ist Silber heute eher Industriemetall oder Edelmetall?
Beides – aber die Tendenz geht klar Richtung Industriemetall: Rund 59 % der Nachfrage kommen inzwischen aus industriellen Anwendungen.
Kann der Silberpreis nach den Rekorden noch weiter steigen?
Das hängt von Zinsen, Inflation, Dollar, geopolitischer Lage, Minenangebot und der weiteren Entwicklung von Solar- und Elektronikindustrie ab. Viele Analysen sehen in der Kombination aus strukturellem Defizit und Energiewende weiterhin Rückenwind – garantieren lässt sich das natürlich nicht.